Mittwoch, 6. Juli 2016

OSTPOL schickt Schwarwel in den Knast: Trickfilm-Workshop für jugendliche Inhaftierte



Film-Workshop von myComics-Mitglied Schwarwel mit den jugendlichen Inhaftieren der JSA Regis-Breitingen

Die jugendlichen Inhaftierten der JSA Regis-Breitingen erhalten erstmalig die Möglichkeit, ihre eigenen Geschichten filmisch erzählen zu können, mithilfe eines Workshops mit Schwarwel, dessen Ergebnisse im November diesen Jahres im Rahmen des renommierten internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, dem DOK Leipzig, präsentiert werden. 

Ausführliche Informationen zu diesem engagierten Trickfilm-Projekt, das noch etwas Unterstützung braucht, gibt es auf der Crowdfunding-Seite von VisionBakery: 





Interview zum Projekt
In einem Interview zu dem Projekt hat Schwarwel die Hintegründe und den geplanten Ablauf etwas erläutert, hier ein paar Auszüge daraus:

Wie ist die Idee entstanden, einen Film-Workshop mit den jugendlichen Inhaftieren in der JSA Regis-Breitingen zu machen ? 

Schwarwel: In den letzten Jahren haben wir uns immer mehr und verstärkt in sozialen Bereichen und für Jugendliche engagiert, das ist ganz einfach aus unserer täglichen Arbeit entstanden.
Projekte wie das hier hinter vergitterten Fenstern scheinen mir notwendig und sie eignen sich super zur Förderung des Selbstwertgefühls der Inhaftierten. Wir können bei unseren Workshops immer wieder festgestellen, dass die Teilnehmer diesen Rahmen nutzen, um mal ihren Oberstübchen-Kram zu ordnen.

Was sind die Inhalte eures Workshops mit den jugendlichen Inhaftierten und wie wird sich der Workshop gestalten?

Schwarwel: Auf Wunsch der Inhaftierten werden sich die Kurzfilme um ihre eigenen Lebensgeschichten drehen. Ob das dann vollkommen autobiografisch sein wird oder ob die Geschichten auf den Einzelschicksalen aufbauen und etwas Neues erzählen, wird sich dann im Workshop zeigen. Meine Aufgabe als Kursleiter ist dabei vor allem, den Teilnehmern zu helfen, ihre eigenen Stories zu entwickeln und so umzusetzen, dass sie für den Zuschauer unterhaltsam und spannend erzählt sind.
Der Workshop ist auf neun Nachmittage innerhalb von drei Wochen ausgelegt, wovon Sandra und ich als Glücklicher Montag sechs Tage anwesend sein werden. In den jeweils drei „Zwischentagen“ arbeitet die für die JSA zuständige Kunsttherapeutin Kaja Zoe Schumacher mit den Kursteilnehmern weiter an den notwendigen Zwischenschritten, damit wir auch alles möglichst stressfrei fertig bekommen.

Welche Workshop-Ergebnisse habt ihr im Blick?

Schwarwel: Im Idealfall stellt jeder der anvisierten 10 bis 12 Teilnehmer seinen eigenen Kurzfilm fertig. Dabei gibt es keine Längenvorgaben, sondern wir werden sehen, was jeder Einzelne erzählen will und auf welche Weise er es präsentiert: Legetrick, Stop-Motion, AnimaDok, Collagen, Handzeichnungen … die Möglichkeiten sind ja unendlich, einen Trickfilm zu gestalten.
Einige der Teilnehmer haben schon Erfahrung mit Stop-Motion, Graffiti, Skulturen, Raps, Rhymes und allem Möglichen, da fangen wir also nicht bei Null an.

Erfahrungsgemäß haben bisher alle unsere Teilnehmer ihre Beiträge fertig gestellt, auch wenn manchmal ein paar Zusatzstunden angefallen sind. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen.

Wird es eine Premiere geben?

Schwarwel: Klar! Die Premiere der fertigen Kurzfilme feiern wir auf dem DOK Leipzig-Festival im Oktober 2016 im Rahmen der Reihe „DOK im Knast“ direkt in Regis-Breitingen. Dort gibt es einen Kinoraum, der es möglich macht, dass Inhaftierte, Besucher und wer sonst noch mag gemeinsam Filme schauen können. Eine Popcorn-Maschine gibt es inzwischen auch!

Aus dieser „DOK im Knast“-Reihe ist auch überhaupt erst die Idee entstanden, diesen Workshop mit den Inhaftierten in Regis-Breitingen zu machen.

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