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Mittwoch, 30. August 2017

Künstler, Geld und Digitaler Wandel: interessanter Talk und Artikel zu Patreon & Kickstarter


Wie können Künstler im digitalen Zeitalter für ihre Arbeit bezahlt werden? - Das ist die Frage, um die sich ein aktueller Ted Talk dreht, der von Jack Conte gehalten wird, dem Gründer von Patreon.

Der Talk ist sicher etwas euphorisch, aber doch auch motivierend. Und Conte spricht dabei auch direkt über Comiczeichner und Webcomics:

"A monthly web comic with 20,000 monthly readers gets paid a couple hundred bucks in ad revenue. This is 20,000 people. Like, in what world is this not enough? I don't understand. .... But what gets me super excited to be a creator right now, to be alive today and be a creative person right now, is realizing that we're only 10 years into figuring out this new machine -- to figuring out the next 100 years of infrastructure for our creators. There's a lot of trial and error, some really good ideas forming, a lot of experimentation."

Hier ist der Link zum Talk: How artists can (finally) get paid in the digital age

Dass einige Comiczeichner es geschafft haben, über Patreon eine regelmäßige Einkommensquelle aufzubauen, zeigt die Übersicht der Top Patreon Comics.

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Patreon oder Kickstarter?

In dem Zusammenhang ist auch ein anderer Artikel vom Online-Magazin Creative People, der die Vorteile und Nachteile von Patreon und Kickstarter beleuchtet, und Tipps gibt bei der Auswahl der Plattform und bei der Gestaltung eines eigenen Projekts:

Das zusammengefasste Fazit des Artikels:
  • "There are plenty of crowdfunding sites, but the two biggest and most important ones are Kickstarter and Patreon. They use very different systems of funding, which one should know and understand before deciding where to start a campaign."
  • Kickstarter pro + cons: "Due to the popularity of the site, it is well-known and trusted by users. This is very important, since no one is going to give money on a site unless they know it’s safe. The best part of Kickstarter is its huge viral potential. But it is going to take much effort and dedication to make it work, so be sure you have a good strategy before you start a campaign."
  •  Patreon pro + cons: "You get money to do what you love long term. If it gets big enough, it can become an important source of income. Supporters won’t feel cheated or disappointed, since they only pay when there are results, not before. But without a previous fanbase it is very difficult to make Patreon work."
Hier ist der komplette Artikel:
Kickstarter or Patreon? Use these tips to choose the right crowdfunding platform
(oben ist ein etwas längerer Werbeblock, der Artikel fängt nach ca. 1 Seite Werbung an.)

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Donnerstag, 6. Juli 2017

Liga deutscher Superhelden: 139% Crowdfunding! + Leseprobe



Die Zeit ist reif – für deutsche Superhelden! 

Mit den Austrian Superheroes gibt es seit letztem Jahr ein spannendes und erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt von österreichischen Comiczeichnern, das bereits in die nächste Runde geht. 

Schon seit längerem gibt es die Idee für eine deutsche Superheldenserie, und nun wird das Projekt konkret.  Auf dem Comicfestival München wurde die Nullnummer der Liga deutscher Helden präsentiert – das erste kurze Abenteuer von Captain, Lorelei, Gamsbart, Chimäre und dem Jeck. Als Autoren und Zeichner sind unter anderem mit dabei: Jan Dinter, Oliver Naatz, Harald Havas, Martin Frei, Stefan Dinter und Frans Stummer.

Leseprobe online
Eine Leseprobe der Nullnummer ist bei myComics online, reinklicken lohnt sich!



Crowdfunding Kampagne erfolgreich!

Im Juni lief die Crowdfunding Kampagne zum Projekt, die einen tollen Start hingelegt hat: 7500 Euro werden für die Realisation gebraucht. Für Unterstützer gibt es heldenhafte Belohnungen: für 10 Euro gibt es die Nullnummer als Dankeschon, mit 20 Euro bekommt man die 3 Hefte der ersten Mini-Serie, und ab 30 Euro gibt es Variant-Cover-Abos. 

Die Kampagne lief super-erfolgreich: das Finanzierungsziel wurde nicht nur erreicht, sondern mit 139% weit übertroffen. 206 Unterstützer haben zu diesem superheldenhaften Ergebnis beigetragen! 


Herzlichen Glückwunsch an die Organisatoren des Crowdfunding-Projekt: Harald Havas, Michael Hafner und Jan Dinter, und an alle Beteiligten der Lige deutscher Superhelden!

Infos und Links:

Freitag, 6. Mai 2016

Austrian Superheroes sind gestartet! Infos und Leseprobe



Österreichische Superhelden im Anflug!
Einige der arriviertesten Zeichner Österreichs (Thomas Aigelsreiter, Andi Paar, Leo Koller, Michael Wittmann, Jörg Vogeltanz…) sowie einige Newcomerinnen (Lenny Grosskopf, Isabella Griesseberger, Verena Loisel, Lisa Heschl...) haben es sich zusammen mit Initiator und Autor Harald Havas zur Aufgabe gemacht etablierten Comic-Universen wie Marvel und DC Paroli zu bieten!

Dabei behandeln die Hefte rund um die kostümierten Helden Captain Austria, das Donauweibchen, der Bürokrat, Lady Heumarkt und vielen anderen mehr nicht nur Kämpfe gegen aktuelle Gefahren und Bedrohungen der Alpenrepublik, sondern reichen mit Rückblenden und Kurzgeschichten auch bis weit in den Kalten Krieg zurück. Oder wussten Sie noch gar nicht, dass sich schon während der 50er- und 60er-Jahre die Superheldentruppe „Wiener Wächter“ gegen diverse Schurken, Monster und die rote Gefahr aus dem Osten stellte? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit, mehr darüber zu erfahren!

Die ersten vier Hefte sind als eine Miniserie mit abgeschlossener Handlung und zusätzlichen Kurz-Stories angelegt - und die erste Ausgabe ist jetzt im Handel!

Eine Leseprobe ist online bei myComics: Austrian Superheroes - Wiener Blut



ASH-Links 
Die AustrianSuperheroes sind auch auf Facebook: Facebook-Seite von AustrianSuperheroes
Mehr zum Projekt gibt es auf der Webseite: Austrian Superheroes, dort kann man im ASH-Aboshop auch direkt die komplette Miniserie (Heft #1 bis #4) als Abopaket in verschiedenen Varienten bestellen.

Rückblick
Das Projekt der ASH-Superhelden aus Österreich basiert auf einer Crowdfundingaktion, die in 2015 lief. Viele interessierte Förderer unterstützten das Projekt, dass mit einem 205% Overfunding abschließen konnte - die Zeichen stehen also gut für ASH! Beim Funding konnte man unter anderem in Comichefte, Poster, und auch in gezeichnete persönliche Gastauftritte in den Comicheften investieren. Die auf der in Österreich relativ neuen Crowdfunding Plattform "We make it" veranstaltete Aktion wurde von der Bank Austria mit einem Drittel der ursprünglichen Zielsumme, also € 2000, unterstützt. Die erreichte Summe von insgesamt € 12.000 ermöglicht die Publikation der ersten vier Hefte in 2016, und dient darüber hinaus als ASH-Kampfkasse für die Weiterentwicklung des Projekts.

Am 3. April war es dann soweit: Captain Austria Jr., Das Donauweibchen, Lady Heumarkt und Der Bürokrat werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen der Vienna Comix, der größten Comicveranstaltung Österreichs für Sammler, präsentiert das Team hinter den Austrian Superheroes sich selbst und das erste druckfrische Heft dem Publikum. Die Autoren und Zeichner der ersten Nummer Thomas Aistleitner, Lenny Grosskopf, Harald Havas, Verena Loisel und Andreas Paar waren anwesend, um das Heft mit den erste Abenteuer ihrer ureigenen Helden zu verkaufen und signieren!

Von der Vienna Comix stammt auch dieses coole Foto, zu sehen sind: Mahmud Asrar Art (der ein Variant-Cover für Ash gezeichnet hat), Harald Havas, Thomas Aigelsreiter, Donauweibchen (Art by Andrina's pleasure), Andi Paar und Lenny Großkopf. (Foto: Michael Hafner)

Dienstag, 18. November 2014

Crowdfundingkampagne Großväterland



Graphic Novel Crowdfundingkampagne 

Großväterland ist ein Graphic-Novel Projekt mit wahren Geschichten lebender deutscher Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs: lebendige Geschichte auf 120 Seiten, verantwortungsvoll vermittelt und historisch fundiert.

Organisiert wird das Projekt von Markus Freise, Alex Kahl und Christian Hardinghaus, die jetzt zur Finanzierung von "Großväterland" eine Crowdfunding-Kampagne gestartet haben.

Die erste abgeschlossene Beispiel-Episode kann man als Online-Comic bei myComics lesen:
Leseprobe Großväterland: "Karl"

Die Kampagne läuft bis zum 28. Dezember.

Mehr zur Kampagne gibt es direkt auf den Infoseiten bei Indiegogo:
Großväterland Crowdfundingkampagne

Zusätzlich gibt es eine Aktion: Noch vor Weihnachten erhalten: Der Prolog zu Großväterland als Heft

Dienstag, 27. Mai 2014

reMIND - vom Webcomic zur Kickstarterkampagne


Vom Webcomic zur Kickstarterkampagne

reMIND ist als Webcomic gestartet, der von Vertrauen, Liebe & Gehirntransplantationen erzählt. Der Zeichner und Autor ist Jason Brubaker. In den USA wurde reMIND zu einem Überraschungserfolg, von dem sich mehrere tausend Exemplare verkauften. Nun wollen Jason Brubaker und Katharina Gerlach versuchen, über Crowdfunding die Finanzmittel für eine Druckausgabe der deutschen Übersetzung zu finanzieren. Geplant ist ein hochwertiger Hardcoverband mit beinahe 400 vollfarbigen Seiten.


reMIND erzählt die packende Geschichte eines Echsenmenschen, der sich eines Tages im Körper eines Katers wiederfindet. Die Besitzerin des Katers, eine Erfinderin und Mechanikerin, hilft ihm, in seine Heimat unter Wasser zurückzukehren, um herauszufinden, was mit ihm geschehen ist.

Bei myComics gibt es eine Leseprobe der reMIND-Story

Und hier ist der Link zur Kickstarter-Projektseite: 
Kickstarter: Graphic Novel reMIND


Dienstag, 20. Mai 2014

Crowdfunding: Alptraum-Erfolg



Gute Nachrichten vom Comic-Crowdfunding:

Das neue Buch "Alptraum Junior" von Schwarwel und Christian von Aster ist erfolgreich mit 136% finanziert. Durch das Funding, das über Visionbakery lief, werden die Herstellungskosten von 3.333,33 EUR abgedeckt. Herzlichen Glückwunsch!

"Alptraum Junior“ ist eine üppig bebilderte und exzessiv gereimte Geschichte über Erziehung und Erwachsenwerden. Über Erwartungen, Enttäuschungen und Überraschungen innerhalb von Familie und Betrieb sowie eine vergnügliche Liebeserklärung an die Andersartigkeit. Und natürlich eine schamlose Werbung für das Bootcamp des Bösen. Aber auch ein Plädoyer für das Stricken.

Dabei eröffnet die Erzählung nicht nur einen Blick hinter die Kulissen des Alptraumgeschäftes, sondern zeigt auch Alternativen für ein friedliches Miteinander am Rande des Schreckens auf. Ein Lehrstück in Sachen Toleranz und unternehmerischer Wagemut, das dunkle Herzen ergreifen und die Welt des schlechten Schlafes verändern wird.

Veröffentlicht wird das Buch am 7. Juni..
...und dazu gibt es eine passende Alptraum-Party:


ALPTRAUM-BOOTCAMP-PARTY
Sa 07.06.2014, 20 Uhr Kulturfabrik Leipzig, Werk 2, Katakombe

Das Bootcamp des Bösen lädt zur ultimativen Festivität.

Einzig diese Party bietet das Alptraum-Komplettprogramm mit Filmvorführung "Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts", exklusive Lesung "Alptraum Junior und die Wonnen der Umerziehung" mit Christian von Aster + Live-Präsentation mit Schwarwel am Lichtbildprojektor und Die Bootcamp-des-Bösen-Workshow mit den Gebrüdern Irrsinn & Wahn: Stellen Sie sich der Herausforderung: Stricken, Scrabblen, Fluchen im Zeichen des Bösen. Dazu werden Cocktails und ausgewählte Kaltgetränke gereicht. Eintritt nur mit Partyhut. (Diese liegen für den Fall des Nichtmitführens am Entrée für Sie bereit.)

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Der Schweinevogel und weitere Alpträume
Der Alptraum-Erfolg ist nicht die erste Crowdfunding-Aktion von Schwarwel: Auch sein Buch "Schweinevogel Total-O-Rama" wurde über eine Crowdfunding-Kampagne möglich. Eine Leseprobe und mehr Infos dazu sind bei myComics online: "Schweinevogel Total-O-Rama 2"

Und auch Herr Alptraum ist kein Einzelerfolg: „Alptraum Junior und die Wonnen der Umerziehung“ ist die ungefähr hundertelfzigste Zusammenarbeit von Christian von Aster und Schwarwel. Und nach dem Buch „Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts“, dem gleichnamigen Trickfilm und dem Fachbuch „Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts – STORYBOARDS“ die vierte Zusammenarbeit von Christian von Aster, Schwarwel und Herrn Alptraum.


Auch zu diesem Band ist eine Leseprobe online: Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts

Der reich bebilderte Buch „Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts“ von Christian von Aster und mit den Illustrationen von Schwarwel gibt einen morbid märchenhaften Einblick in die Welt der dunklen Träume und das Wirken des Herrn Alptraum. In 39 Versen und 42 Illustrationen erlebt der geneigte Leser eine liebevoll bösartige wie wundervoll seltsame Geschichte. Ebenso 2011 veröffentlichte Glücklicher Montag das Fachbuch „Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts – Storyboards“ und produzierte den klassischen 2D-Zeichentrickfilm „Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts“, der mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, auf über 50 Festivals vorgeführt und im MDR sowie auf arte ausgestrahlt wurde.

Dienstag, 11. Februar 2014

"One." Comic-Crowdfunding-Projekt: Interview mit Markus Freise


Markus Freise dürfte vielen myComics-LeserInnen durch seine Short Novel "Zauberspruch für Verwundete" bekannt sein, die 2011 für den Web-Sondermann nominiert war, und die 2013 in überarbeiteter und kolorierte Fassung im Verlag "Literatur Quickie" erschien.

Jetzt hat Markus Freise das Comic-Crowdfunding-Projekt "ONE." gestartet, das Ziel: ein Buch voll mit One-Page-Comics, die auf einer Seite jeweils eine Geschichte erzählen: Eure Geschichte. Wir wollten mehr über dieses interessante Projekt erfahren, und haben Markus nach seiner Motivation und seinen Erfahrungen gefragt.

Woher kam die Idee, ein Buch aus "One-Page-Comics" zu machen, deren Stichworte von den Lesern kommen?

Das Grundkonzept ist gar nicht so neu: Bereits seit zwei Jahren biete ich meine „Stundenbilder“ an. Die funktionieren genau so: Jemand gibt mir ein Stichwort, zahlt 50 Euro und ich zeichne ihm in (mehr oder weniger) einer Stunde ein Bild, das mir in den Sinn kommt. DIN A4, mit Bleistift und Fineliner. Die Idee habe ich vom amerikanischen Comic-Zeichner Dustin Harbin übernommen – mit seiner Erlaubnis. Ich hatte das mal auf seiner Seite entdeckt und wollte das auch gerne machen. Mich reizte die Unmittelbarkeit des Augenblicks: Eine Vorgabe aus dem Nichts, eine Stunde, los geht es. Großartig. „Eine Stunde, ein Bild für Dich …“ hat dann zwei Jahre prima funktioniert. Aber doch waren die Bilder aufgrund des Zeitlimits immer irgendwie „unfertig“.

Vor einigen Wochen kam mir deshalb in den Sinn, dass man das weiter ausbauen sollte. Ich wollte die bislang schwarzweißen Zeichnungen nicht nur „fertig“ zeichnen und vorab konzeptionieren sondern auch farbig anbieten. Da ich noch mit Hand zeichne und digital nur koloriere, bot es sich an, die Ergebnisse dann als Poster ausdrucken zu lassen. Darüber kam ich dann auf die Idee, das man, wenn man genug Bilder hat, ja auch ein Buch daraus machen kann. Ich glaube, da lag gerade der wunderbare Bildband „Overkill“ von Tomer Hanuka vor mir. Irgendwie kam dann eines zum anderen und plötzlich war mir klar: Das ist das perfekte Konstrukt für eine Crowdfunding-Kampagne. Und das wollte ich schon immer mal ausprobieren.

Ausschnitte aus ONE.

Du nennst die One-Page Comics auch "Graphic Lyrics". Kommt der Begriff von dir, und hast du davor schon in dem Bereich Graphic Novels / One-Page Comics gearbeitet?

Ich glaube tatsächlich, dass ich im Sektor Comic den Begriff erfunden habe. Das kam so: Im April 2013 haben wir - die Würzbürger Poetry Slammerin Pauline Füg als Autorin und ich als Zeichner - im Hamburger Verlag Literatur Quickie den Kurzcomic „Zauberspruch für Verwundete“ veröffentlicht. Das ist eine Adaption eines Poetry Slam-Textes von Pauline (übrigens in der Rohfassung von 2011 als Webcomic auf mycomics und 2011 von Euch für den Web-Sondermann nominiert). Das Heft hat ein Format irgendwie ähnlich einem Pixi-Buch und ist mit ca. 40 Seiten recht dünn. Der Verlag hat das als „Graphic Novel“ angeboten, aber das fand ich komisch. Das passte nicht. Da kam mir der Begriff „Graphic Lyric“ in den Sinn, als Pendant eben zur „Graphic Novel“. Ein kurzer Comic mit eher lyrischer Struktur. Die grafische Entsprechung eines Gedichts. Die für ONE. vorgesehenen One-Pager sind dann eben nur die konsequenteste Form des Graphic Lyric: Ein Satz, ein Bild. Und trotzdem erzählt es eine Geschichte. Ein paar Motive gab es da vorher schon, ja. Das sind unter anderem die aktuellen Beispiele der Kampagne.

zur Leseprobe "Zauberspruch für Verwundete"
Darum geht es mir eigentlich in allem, um das Storytelling. Deshalb bin ich ja auch Poetry Slammer: Geschichten erzählen, kurz, knackig, auf den Punkt. Und diesmal versuche ich eben die Geschichten hinter den Lieblingssätzen der Unterstützer von „ONE.“ zu finden. Ich will soviel verraten. Die erste Geschichte wird „»Kann ich nicht.« heißt immer»Will ich nicht.« heißen. Was sie erzählt und von wem, das weiß ich zwar noch nicht. Aber irgendwie passt es zu ONE. und der Entstehungsgeschichte. Und es war der erste Satz des ersten Unterstützers, meinem Bruder. Da ist dann wieder eine Geschichte in der Geschichte. Ich liebe sowas. Ich kann gar nicht anders, als sofort Bilder zu sehen.

Gibt es Crowdfunding-Projekte, die dich motiviert haben, selbst ein solches Projekt zu starten?

Eigentlich alle. Ich kann da kein bestimmtes nennen. Ich selbst habe bereits über ein Dutzend Projekte unterstützt. Darüber bin ich dann an das Thema näher herangekommen. Eins meiner liebsten Beispiele ist jedoch „Masters Of Anatomy“, das auf Kickstarter lief. Da haben sich ein paar Leute überlegt, die klassischen drei Anatomieposen von einigen der besten Illustratoren der Welt in jeweils deren Stil zeichnen zu lassen. Leider hat das Projekt so gut funktioniert, dass es förmlich explodiert ist. Das Ziel waren 20.000 Dollar - es wurden dann letztlich 532.614 Dollar. Ich freue mich schon riesig auf das Buch.

Ich bin jedenfalls ein riesengroßer Fan des Konzeptes Crowdfunding, vor allem im Hinblick auf unabhängige Künstler und Kreative. Crowdfunding ist die Demokratisierung des Kreativmarktes, der direkte Weg vom Künstler zum Kunstliebhaber, vom Geschichtenerzähler zum Zuhörer. Und gleichzeitig aber auch ein Marktforschungsinstrument. Hätte ONE. nicht funktioniert, hätte ich gewusst, dass es dafür keinen Markt gibt. Also hätte ich es dann aus Liebhaberei machen können, oder eben lassen. Aber vor Projektstart schon zu wissen, dass es eine kritische Masse an Menschen gibt, die ebenso an die Idee glauben, dass sie bereit sind dafür zu zahlen und das Projekt vorzufinanzieren, das ist revolutionär. Das wird auf Dauer vieles verändern. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass umsatzmäßig die amerikanische Crowdfunding-Plattform Kickstarter schon jetzt sozusagen zu den großen „Comic-Verlagen“ in den USA gehört, so viele Projekte werden darüber bereits finanziert.

Deshalb wollte ich das auch mal ausprobieren und habe seit mehreren Jahren nach dem richtigen Projekt gesucht. Und dann ist mir eben ONE. zugeflogen, einfach so, während ich mit meiner Tochter in den Weihnachtsferien im Schwimmbad war.

Die Umsetzung des gesamten Drumherums der Kampagne mit Texten, Videos, Beispielbilder heraussuchen, PR-Arbeit vorbereiten und so weiter, hat mich dann noch zwei Wochen gekostet und am 21. Januar habe ich das Projekt gestartet, dass nun noch bis zum 7. März läuft.

Ausschnitte aus ONE.

Welche Erfahrungen hast du beim "One"-Projekt bisher gemacht, was war das überaschendste positive und negative Feedback?

Die wohl wichtigste Erkenntnis ist, dass es nicht ausreicht ein Projekt in eine Plattform zu stellen und dann geht es aber los. So einfach ist es leider nicht. Crowdfunding ist ein Job wie jeder andere auch.

Gott sei Dank war mir das aber von Anfang an bewusst. Also habe ich ganz klassische PR-Arbeit und Marketing gemacht, habe meine sozialen Kanäle gefüttert und ein kleines Marketingkonzept ausgearbeitet. Bei machen Unterstützern, von denen ich wusste, dass ich sie über das Netz nicht erreiche aber sicher war, sie würden ONE. mögen bin ich förmlich Klinkenputzen gegangen. Als Unternehmer - ich habe ein Designbüro in Bielefeld und war lange Jahre Geschäftsführer einer großen Internet-Agentur - weiß ich auch, wie man erfolgreich Vertrieb und Marketing macht. Das waren Erfahrungen, die mir geholfen haben, ONE. dorthin zu tragen, wo es die Menschen interessant finden und nicht einfach blind auf die Macht der Masse zu hoffen.

Crowdfunding ist kein Selbstläufer. Man muss schon ackern, um das Ding an den Start zu bekommen und auch wenn es läuft, muss man immer wieder Kohlen in den Kessel werfen. Das Internet ist groß und die Ablenkungen der potentiellen Unterstützer immens. Da muss man sich erst einmal Gehör in diesem Rauschen verschaffen.

Was mir wichtig zu erwähnen ist, dass auch viele Kollegen aus der Comic-Szene, die ich direkt um Hilfe gebeten habe, die Kampagne über ihre zum Teil sehr großen Netzwerke sowohl national als auch international verbreitet haben – bis auf einige wenige Ausnahmen. Aber in der Schule ließ einen ja auch nicht jeder abschreiben, oder?

Dennoch hat mich das Interesse an ONE. und vor allem die Freude der Menschen sehr überrascht. Viele sagen mir immer wieder, wie toll sie die Idee finden und wie sehr sie sich auf IHR Bild freuen und dass sie es jedem erzählen. Dieser direkte Draht zu den Menschen, die das Buch und die Bilder später haben werden, schon jetzt vor und während der Entstehung, ist eine tolle Ebene innerhalb des Gesamtkonzeptes. Damit werden sie ein wichtiger Teil des Ganzen. Ja, ich glaube darin liegt das Geheimnis von Crowdfunding: Das die Menschen Teil von etwas werden. Negatives Feedback gab es offen gesagt bislang gar keines.


An welchen Projekten arbeitest du momentan, neben "One"?

Neben ONE., das sich ja eher einem klassischen Zeichenstil bedient, arbeite ich mit meinem Freund Marc-Oliver Schuster an einem Cartoon-Projekt mit dem simplen Titel „Katze.“ Eigentlich arbeiten wir seit vier Jahren daran. Doch ein paar Dinge haben uns kurz aufgehalten. Dieses Jahr haben wir uns aber geschworen, sorry liebe Chinesen und Pferde, wird das Jahr der „Katze“. Da wird es noch was geben. Wer sich informieren will, surft am besten zu www.katzecomic.de.

Naja, und dann bin ich ja auch noch hauptberuflich Designer, Poetry Slammer und habe eine tolle Familie. Langweilig wird mir also so schnell nicht.


Vielen Dank für das Interview!

Hier nochmal der Link: Comic-Crowdfunding-Projekt "ONE." 

Markus Freise

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Comic Crowfunding Tipps 
Und noch ein Link zum Thema, für alle die sich für Crowdfunding interessieren: im myComics-Blogs gibt es einen Artikel mit Crowdfunding-Beispielen aus den USA und Deutschland, sowie Tipps und Erfahrungen von Jano Rohleder mit seinem Don Rosa Projekt, der Beitrag ist hier online: Comic-Crowdsourcing, mit Tipps vom deutschen Don Rosa Projekt 

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Donnerstag, 28. März 2013

Comic Crowdfundingprojekt: Luks Magazin



Das LUKS Magazin ist ein von Illustrationsstudierenden der HAW Hamburg in Eigenregie gegründetes Magazin. 

Die erste Ausgabe gibt es schon (mehr dazu hier), und an der zweiten Ausgabe arbeiten jetzt 70 Studierende, die dazu ein Crowdfundingprojekt bei Inkubato angelegt haben. Von Ihnen kommt der Clip, und der Aufruf:

Eure Mithilfe ist gefragt um den Arterhalt der zweiten Ausgabe und damit des bedrohten Wolpertinger zu sichern. Dies kann nur erreicht werden, wenn wir bis zum 25.05.2013 unsere Zielsumme von 2.500€ geknackt haben. Wenn ihr Spenden wollt, schaut bei der Crowdfunding-Plattform Inkubato vorbei und wählt einen zu spendenden Betrag bzw. eine der zahlreichen Prämien. Mit einer Spende von 10€ bestellt ihr die neue Ausgabe vor, für 15€ gibt es ein in Zukunft wohl ziemlich rares handsigniertes Exemplar! Eine Anmeldung bei Inkubato ist übrigens genau so pflegeleicht wie unser Fabelwesen.

Weitere Links