Freitag, 30. Oktober 2015

nterview mit Marcus Behrendt alias EMBE ("Planet Z")


"Der Captain und sein Techniker machen sich auf fremde Welten zu erobern ..."

Beim "Quo Vadis?"-Wettbewerb von myComics ging es um den Anfang und das Ende, und um die diversen Wegkreuzungen und Fragen dazwischen. Den zweiten Platz in diesem Wettbewerb belegte Marcus Behrendt, der seine Comics unter dem Künstlernamen EMBE veröffentlicht, mit seinem Beitrag "Planet Z".

Wie immer wollten wir mehr zu den Gewinner-Comics wissen, und haben Marcus zu seinem Comic, der eigenen Comic-Geschichte und zu aktuellen Projekten befragt:

Woher kam die Idee zu deinem Comic "Planet Z"?

Bevor ich mit PLANET Z startete, gab es schon einen wichtigen Charakter aus dem Comic. "Robotski", der schlechtgelaunte, misanthrope Roboter. Ich hatte damals eine kleine Cartoon-Reihe mit ihm gemacht und dachte mir, dieser Typ müsse mal sein ganzes Potential zeigen. Da ich selbst großer Science-Fiction-Fan bin, war der Weg zu einem Weltraum-Abenteuer nicht mehr weit. Ziel war, selbst nicht genau zu wissen was passieren wird. Zum Glück kann auf einem fremden Planeten einfach alles passieren und dass sollte es auch. Ich habe jede Woche eine Seite gezeichnet, ohne mir vorher zu überlegen wohin mich die Reise führt. Einfach drauf los. Da ich die Geschichte als Webcomic angelegt hatte, war auch der Druck von Außen stark genug, weiter zu machen. Zum Schluss sind es zwei mal 62 Seiten geworden. Dann habe ich mich meinem Folgeprojekt gewidmet, DIE INSEL. Diesmal in Farbe und mit Konzept.

Ausschnitt aus "Die Insel"

Woran arbeitest du gerade?

Leider nicht an einem neuen Comic. Ich habe gerade ein paar Motion-Comic Aufträge für´s Fernsehen beendet und kümmere mich mit um unsere Comic-Community „toonsUp“ Wir versuchen uns etwas Inhaltlich zu erweitern und dann steht ja auch noch die erste ComicCon im Dezember an, auf der wir einen Stand haben werden. Da gibt es auch noch einiges vorzubereiten. Nicht zu vergessen unser jährliches ART-BATTLE, hier mische ich auch noch kräftig mit. Wenn das gelaufen ist, werde ich mich um ein größeres Projekt kümmern, dass wohl viel Zeit in Anspruch nehmen wird, hier wird dann wieder gezeichnet was das Zeug hält. Vielleicht ist meine To-Do-Liste auch manchmal etwas lang.

Kämpfer für das diesjährige ArtBattle auf toonsUp

Wann hast du mit dem Comiczeichnen angefangen, und wie kamst du dazu?

Asterix, Mickey Maus, Clever und Smart und Lucky Luke. Das sind so die stärksten Einflüsse als Kind gewesen. Aber eigentlich sind wohl meine Eltern schuld. Ich bin der jüngste von 3 Geschwistern und bei uns lag der erzieherische Schwerpunkt auf Kreativität. Wir haben viel gemalt, gebastelt, gebaut, sollten ein Instrument lernen. Ich hatte als Kind nie wirklich Spaß am lesen, doch dann kamen die Comics ins Haus. Ich war süchtig, wollte mehr und irgendwann wollte ich selbst welche machen. Und genau dass tat ich dann. Anstatt in der Schule aufzupassen, kritzelte ich Figuren in die Hefte. In meiner Jugend wurde das zeichnen weniger, ich gründete mit 2 Freunden eine Punkband und dann stand Musik im Vordergrund. Als ich dann nach Bremen zog, kam langsam die Sucht zurück und 6 Jahr später in Berlin, wo ich heute wohne, kann ich sogar das Zeichnen als meine Arbeit bezeichnen.

Foto vom Arbeitsplatz

Das erste Comicheft, das du dir selbst gekauft hast, war:

Das weiß ich nicht mehr, vielleicht Lucky Luke oder Clever und Smart. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich mir mal heimlich auf einem Flohmarkt ein „Schwermetal“ gekauft habe. Da war ich 10 oder 11 Jahre, dass war schon ganz schön aufregend. Ich glaub ich habe das immer noch irgendwo rumliegen.

Wenn du dich für eine Woche in eine Comicfigur verwandeln könntest, wer würdest du dann sein?

Ich glaube ich würde keinen Superhelden wählen, wäre mir zu anstrengend. Vielleicht so etwas wie Snoopy oder Garfield. Ich könnte mal etwas ausspannen und rumhängen, ohne irgendwelche Pflichten und Stress. Ja, dass könnte mir gefallen.

Plakat zum Roman von Michael Tsokos "Zerschunden" erschienen im Knaur Verlag

Was sind deine aktuellen Favoriten auf myComics?

Ich schaue immer mal wieder gerne in die Verlagsneuheiten. Ich bin da so ein wenig raus, aber am meisten stehe ich auf die UserComics. Die finde ich wirklich interessant. Was mir im Gedächtnis geblieben ist, sind die Arbeiten von Johannes Kretschmar, die „Märchenbüttel“-Reihe von Albert Hulm, oder das tolle Artwork von „2084 Blackbox“ von Matthias Lehmann. Aktuell verfolge ich die „Insektenwelt“ von Till Felix, bin sehr gespannt was da noch so kommt.

Vielen Dank für das Interview!

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Weitere Links + Interviews:

EMBE bei myComics:
Die Insel ; Planet Z

EMBEMarcus im Web:
Website ; Blog

Weitere Interviews mit myComics-Wettbewerb Gewinnern

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