Dienstag, 9. Oktober 2018

Interview mit Andreas Möller zu Zeichen-Challenges und seinen aktuellen Comicprojekten


Im September gab es bei myComics ein "Inktober Warm-Up" mit wöchentlichen Themen. Die gesammeltenBeiträge, und natürlich auch alle anderen Inktober-Beiträge, sind online auf der "Inktober"-Seite.

Zum vierten Thema "Magisch" war Andreas Möller der Gewinner mit seinem Beitrag: "Magisch", in unserem Interview erzählt er über das Zeichnen und über seine aktuellen Comicprojekte:


Hast du schon einmal bei Inktober oder bei einem anderen Zeichen-Challenge teilgenommen? 
Wenn ja, wie lief es bei dir? 

Nein, lediglich bei MyComics war ich 2010 mit "Mehr als ein Blick"  und 2011 mit "Gebrochener Dreiklang"  mal bei den Wettbewerben dabei. Ich war sehr zufrieden, auch wenn es nicht für das Siegertreppchen reichte. Es gab viele positive Bewertungen und Kommentare, die mich zu der Zeit zusätzlich motivierten, mich nach langer Zeit wieder mit dem Comiczeichnen zu beschäftigen.



Wenn du Zeichnen möchtest, hast du Übungen oder Rituale, um in eine gute kreative Stimmung zu kommen? 

Es kann sich beim Zeichnen ein „Flowerlebnis“ einstellen - das dürfte vielen Zeichnern so gehen. Ein Merkmal ist, dass Zeit nahezu keine Rolle mehr spielt, man in seiner Tätigkeit völlig versinkt und auch keine Absichten (zum Beispiel endlich mit einer Seite fertig zu werden) mehr verfolgt. Leider habe ich kein Rezept, diesen Zustand zuverlässig herbeizuführen, aber hilfreich ist für mich ein schöner Platz zum Zeichnen und ein wohlgesonnenes Umfeld, das versteht, warum mir die Sache wichtig ist. Sehr motivierend und inspirierend sind für mich die Originalseiten großartiger Comiczeichner, die ich mir – wann immer möglich - in Ausstellungen ansehe oder (in bescheidenem Umfang) kaufe.

Woran arbeitest du gerade? Wo findet man mehr von dir?

Ich arbeite schon einige Zeit an einem Thriller, der am Ende rund 180 Seiten Umfang haben und im kommenden Jahr bei Kultcomics unter dem Titel „Die Spinne“ erscheinen wird. Der Text ist von Michael Mikolajczak, von dem bereits die beiden spannenden Titel „Ratten“ (mit Zeichner Sascha Dörp) und „Blutspur“ (mit Zeichner Holger Klein) bei Kultcomics veröffentlich wurden.



Einen kleinen Vorgeschmack auf „Die Spinne“ gab es übrigens beim diesjährigen Gratis-Comic-Tag. Für das GCT-Heft „Kultgeschichten“ habe ich – wiederum nach einem Skript von Michael – die Kurzgeschichte „Wurzeln“ gezeichnet, in der man einigen der Hauptfiguren von „Die Spinne“ begegnet - beim Saarländischen Rundfunk gab es einen Bericht dazu: Gratis Comic Tag / Wie in der Wüste.

Das Ganze spielt in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in den USA. Das Reizvolle an der Geschichte ist aus meiner Sicht ihre Doppelbödigkeit. Die Figuren sind sehr ambivalent angelegt und für den Leser ergibt sich - wenn wir dramaturgisch und gestalterisch alles richtig gemacht haben - Schritt für Schritt ein zugleich erschreckendes und berührendes Bild.

Mehr von Andreas Möller und der Spinne

Als Zeichner macht es mir viel Spaß, die alten Amischlitten zu zeichnen, die Landstraßen in der Wüste und den obligatorischen schlechtgelaunten Cop. Auf meiner Website The Loner Comics veröffentliche ich immer wieder Seiten, Panels und Skizzen zur „Spinne“.

Danke für das Interview!

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