Mittwoch, 16. August 2017

Interview mit Veronika Gruhl ("Das Echo aus dem Graben")



"... ich finde es toll, dass an der Schule und bei den Eltern der Kinder „Comiczeichnen“ als Kunst anerkannt wird."

Höhen und Tiefen, Licht und Schatten, Gemeinschaft und Individualität, nie kann man das Eine ohne das Andere haben. Ohne die Kontraste und Achterbahnfahrten, die dadurch geboten werden, wäre das Leben auch monoton! Die Geschichten des myComics-Wettbewerb "Licht und Schatten" zeigen mithilfe der verschiedensten Stilrichtungen und Formaten, sowohl in Farbe als auch in schwarz-weiß, mit Humor und Charme einige Situationen, in denen solche Kontraste besonders klar werden.

Veronika Gruhl erinnert uns mit ihrer herzerwärmenden und erbaulichen Geschichte "Das Echo aus dem Graben" daran, dass auch die Geschwisterliebe ihre Schattenseiten haben kann, sie aber dennoch besteht und währt.

Wie immer wollten wir mehr zu den Gewinner-Comics wissen, und haben Veronika zum Comic, der eigenen Comic-Geschichte und zu aktuellen Projekten befragt:


Woher kam die Idee zu deinem Comic "Echo aus dem Graben“?

Die Charaktere Rikki, Henri und Sofia habe ich bereits unabhängig von diesem Kurzcomic für den Kindercomic „Das verfluchte Elixier“ entwickelt. Das Konzept zu „Das Echo aus dem Graben“ habe ich dann letztes Jahr auf der Comictagung „Versunken und Entsprungen“ in Augsburg erstellt. Alle teilnehmenden Comiczeichner haben dort einen Comic über Augsburg gezeichnet, deshalb leben Rikki und Co in diesem Comic in Augsburg. Durch die Stadtführung zu Beginn der Tagung habe ich das Relief „Bei den sieben Kindeln“ kennengelernt, welches ich dann zum Aufhänger der Geschichte gemacht habe.


Die Anthologie „Versunken und Entsprungen“ ist übrigens vom Wißner Verlag veröffentlicht worden und seit 1. Juli erhältlich (ISBN 978-3-95786-134-4). Am 26. August gibt es in Augsburg eine Signieraktion dazu, im Comicladen Comic Time von 10-14 Uhr! Mehr dazu auf der Facebook-Seite zur Signieraktion.

In deinen ersten Beiträgen bei myComics ging es mit Tom Rain und Entropia noch relativ düster und dystopisch zu. Wie kam der Sprung vom eher dystopischen zu einer Geschichte wie Echo aus dem Graben, die eine der Leserinnen sehr treffend beschrieb mit „...und die Geschichte ist wirklich wie aus dem Leben gegriffen - da kommen schon die Gefühle hervor, die man in der Kindheit so erlebt hat!“ ?

So groß ist der Sprung gar nicht, ich habe zwei Comics aus der Zeit dazwischen nur noch nicht hochgeladen - wahrscheinlich würde durch diese Comics eher ein Verlauf entstehen. Den düsteren Touch haben meine Geschichten aber nicht ganz verloren – in „Das Echo aus dem Graben“ spielt Sofia ihren eigenen Tod vor. Gleichzeitig finde ich die Geschichte „Entropia“ und die „TomRain“-Comics gar nicht nur düster. Das Verhältnis hat sich aber auf jeden Fall verschoben. Vielleicht liegt es daran, dass ich jetzt beruflich mehr mit Kindern zu tun habe. Bewusst ist das jedenfalls nicht passiert.


Du arbeitest als Illustratorin und unterrichtest an der Münchner Kunstschule ArtSpot junge Künstler im Zeichnen und Malen – das hat uns neugierig gemacht, könntest du ein bisschen von deinem Unterricht erzählen?

Genau – an der Kunstschule gebe ich Unterricht im Zeichnen und Malen aber vor allem im Comiczeichnen. Das ist sehr beliebt bei den Kindern und ich finde es toll, dass an der Schule und bei den Eltern der Kinder „Comiczeichnen“ als Kunst anerkannt wird. Das schönste am Unterricht sind die stolzen Gesichter der Kinder, wenn sie ihre fertigen Bilder sehen. Die Schüler sind sehr ehrgeizig und wollen perfekte Bilder mit nach Hause nehmen und manchmal versuchen sie, schwierige Striche von mir zeichnen zu lassen. Das mache ich aber nur auf einem Schmierpapier; in die Bilder der Kinder zeichne ich nicht rein. „Kann ich nicht“ gibt’s bei mir nicht, weil ich der Meinung bin, dass jeder der Spaß am Zeichnen hat, zeichnen kann (oder können wird). Man muss es nur machen.

Woran arbeitest du gerade?

Neben Aufträgen als freiberufliche Illustratorin habe ich auch einige private Projekte. Zum Beispiel arbeite ich am oben erwähnten Kindercomic „Das verfluchte Elixier“ mit Rikki und ihren Freunden. Den Entstehungsprozess halte ich auf meiner Instagram-Seite @monas_sketchbook fest.


Was sind deine aktuellen Favoriten auf myComics?

Ich finde vor allem die Gemeinschaftsprojekte cool, wie z.B. JAZAM!, und die HellDRAWeen-Comics.


Vielen Dank für das Interview!


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